Trennung der Toiletten nach Gruppe(n)

Die Frage nach der Trennung von Toilettenanlagen in medizinischen Einrichtungen nach Gruppen muss sowohl nach „Geschlecht“ als auch nach Mitarbeiter/-in und Patient/-in erfolgen?

WAS? Der Reihe nach!

In Krankenhäusern, Praxen und sonstigen Einrichtungen, in denen regelmäßig Tätigkeiten der Schutzstufe 2 durchgeführt werden, müssen für die Beschäftigten und die Patienten gesonderte Toiletten vorhanden sein. Es ist darauf zu achten, dass die Toilettenräume ausreichend groß sind und entsprechend der Anzahl der Beschäftigten in angemessener Zahl zur Verfügung stehen.

Hinweis: Zur Berechnung der Anzahl der Toiletten und zur Gestaltung der Toilettenräume siehe Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.1 „Sanitärräume“
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Quelle: Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 250
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Für Beschäftigte und Patienten sind gesonderte Toiletten notwendig

Ergo: In Arztpraxen müssen für die Beschäftigten und die Patienten gesonderte Toiletten vorhanden sein.

Merke: Sind in der Praxis mehr als 10 weibliche oder männliche Beschäftigte Mitarbeiter/-in beschäftigt sind 2 Toiletten für das Praxispersonal Vorgeschrieben. ASR A4.1 / Pkt. 5.2 Bereitstellung

Tipp: Wenn es die Praxisfläche zulässt, ist es bei einer Praxisneuplanung angemessen, die WC-Bereiche räumlich nach Damen und Herren abzutrennen. Sowohl für die Patienten als auch das Praxispersonal.

Leserfrage: behindertengerechtes WC auf dem Flur zulässig

Leserfrage: Unsere Kinderarztpraxis wird auf einer Etage mit einer Praxis für Innere Medizin sein. Könnten wir uns ein behindertengerechtes WC auf dem Flur vor den jeweiligen Eingängen einrichten? Müsste dieses geschlechtergetrennt sein?

Antwort: Ja, die Errichtung eines behindertengerechten WC‘ s vor der Praxis im Flur ist möglich. Dieses kann auch geschlechtsneutral ausgeführt sein. Weiterhin zu beachten ist die barrierefreie Erreichbarkeit, die Hinweise auf das Behinderten WC (Beschilderung etc.) sowie die Rufumleitung im Notfall in die Praxen.

Behinderten WC muss nicht in der Praxis sein

Es ist durchaus praktikabel und gebräuchlich das ein Behinderten WC durch mehrere Mietparteien genutzt wird, da die Errichtung eines „barrierefreien WC“ nach Vorgaben der DIN 18040-1 einen hohen investiven Aufwand bedeutet. I.d.R. ist es ausreichend, wenn ein barrierefreies WC im selben Treppenaufgang ist, d.h. Patienten können ohne Verlassen des Gebäudes das WC selbstständig und ohne fremde Hilfe erreichen.

Tipp: Vorgaben und Vorschriften zum Behinderten WC sind in der DIN 18040-1 geregelt. Weiterführende Informationen finden sie auch unter LINK: www.nullbarriere.de

Bild von Robert Smith auf Pixabay