Ehemalige Commerzbank-Filiale als tragfähige Hausarztpraxis neu eingeordnet

In München-Schwabing wurde eine ehemalige Commerzbank-Filiale mit rund 260 m² Fläche
in eine neue Hausarztpraxis überführt. Auf den ersten Blick brachte der Standort mehrere
gute Voraussetzungen mit: Erdgeschosslage, Sichtbarkeit, zentrale Anbindung und eine
bekannte Adresse im Quartier.

Entscheidend war jedoch nicht die frühere Publikumsnutzung der Bank, sondern die Frage,
ob sich die vorhandene Gewerbefläche unter realen baulichen, technischen und funktionalen
Bedingungen in eine tragfähige medizinische Nutzung übersetzen lässt.

Eine ehemalige Bankfiliale wird nicht dadurch zur Praxisfläche, dass sie sichtbar, leerstehend
und ebenerdig erreichbar ist. Erst die strukturierte Prüfung zeigt, ob daraus eine belastbare
medizinische Nutzung entstehen kann.

Projektübersicht

  • Nutzung: Hausarztpraxis / Erweiterung einer bestehenden Praxisstruktur
  • Standort: München-Schwabing
  • Ausgangslage: ehemalige Commerzbank-Filiale
  • Fläche: ca. 260 m²
  • Projektzeitraum: 2023
  • Leistung: Machbarkeitsprüfung, Praxisplanung, Raum- und Funktionskonzeption, Abstimmung mit Projektentwickler und Vermieterseite

Adresse

Hausarztzentrum Schwabing – Dr. Robert Mutschler und KollegInnen
Clemensstraße 129
80796 München

Raum- und Funktionsplanung zum Praxisausbau Flur in neuer Hausarztpraxis in München
Raum- und Funktionsplanung zum Praxisausbau Neue Hausarztpraxis in München Schwabingen

Ausgangslage: Bankfiliale ist nicht automatisch Praxisfläche

Die frühere Banknutzung prägte die Fläche deutlich. Kundenhalle, Beratungsbereiche,
Sicherheitszonen, technische Vorprägungen und vorhandene Nebenräume mussten nicht
nur baulich betrachtet, sondern in eine neue medizinische Nutzungslogik übersetzt werden.

Eine Bankfiliale ist für Publikumsverkehr ausgelegt, aber nicht für die Abläufe einer
Hausarztpraxis. Eine Praxis benötigt andere Raumbeziehungen, andere Nebenflächen,
andere technische Anschlüsse und eine andere innere Organisation.

Deshalb stand am Anfang nicht die Frage, wie die Fläche möglichst schnell umgebaut
werden kann, sondern ob sie die künftige Praxisnutzung funktional, technisch und
wirtschaftlich tatsächlich tragen kann.

Zentrale Herausforderungen der Umnutzung

Die Umwandlung der ehemaligen Bankfiliale erforderte eine frühe Einordnung der
baulichen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Dabei mussten
insbesondere folgende Themen bewertet und in die Planung übersetzt werden:

  • Raumstruktur: Überführung der früheren Banklogik in eine medizinische Funktionsstruktur mit Empfang, Wartebereich, Behandlungsräumen, MFA-Bereichen und Nebenräumen.
  • Technische Infrastruktur: Erweiterung und Anpassung von Wasser, Abwasser, Elektro, IT, Lüftung und Klimatisierung für den Praxisbetrieb.
  • Barrierefreiheit: Prüfung und Umsetzung einer barrierearmen bzw. barrierefreien Erschließung einschließlich Zugangssituation und innerer Bewegungsflächen.
  • Bestandsstruktur: Umgang mit vorhandenen massiven Bauteilen, Sicherheitsbereichen und früheren Bankeinbauten.
  • Vermieter- und Nutzerlogik: Abstimmung, welche Grundlagen objektseitig zu klären waren und welche Maßnahmen aus der konkreten Praxisnutzung entstanden.
  • Praxisorganisation: Entwicklung einer alltagstauglichen Struktur für Patientinnen, Patienten, MFA-Team und ärztliche Abläufe.

Die eigentliche Aufgabe lag nicht nur im Umbau der Fläche, sondern in der Übersetzung
einer banktypischen Gewerbefläche in eine belastbare medizinische Nutzungsstruktur.

Erfolgreicher Praxisneubau für Ärzte in München
Arztzimmer in neuer Hausarztpraxis in München
Arztzimmer in neuer Hausarztpraxis in München

Nutzungsübersetzung: Von der offenen Gewerbefläche zur Praxisstruktur

Aus der vorhandenen Fläche wurde eine Praxisstruktur entwickelt, die nicht nur Räume
verteilt, sondern Abläufe organisiert. Entscheidend war die Frage, wie Empfang,
Wartebereiche, Behandlungszimmer, MFA-Vorbereitung, Funktionsräume, Laborbezug,
Personalbereiche und Nebenräume sinnvoll zueinander angeordnet werden können.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entlastung der ärztlichen Arbeitsbereiche.
Die MFA-Bereiche wurden so in die Raumstruktur eingebunden, dass Patientenvorbereitung,
Blutentnahmen, Verbandwechsel und weitere organisatorische Abläufe eigenständig
und ohne unnötige Engpässe stattfinden können.

Umgesetzte Strukturbausteine

  • separate MFA-Vorbereitungs- und Funktionsbereiche
  • klare Zuordnung von Behandlungsräumen und unterstützenden Nebenräumen
  • funktionale Trennung von Patientenbereichen, Behandlungsbereichen und interner Organisation
  • Integration einer Labordurchreiche für eine diskrete und hygienische Probenabgabe
  • technische Anpassung der Fläche an die Anforderungen des Praxisbetriebs

Die Labordurchreiche wurde in die innere Praxisorganisation eingebunden, um die
Abgabe von Urinproben hygienisch, diskret und organisatorisch klar zu lösen.
Weitere Informationen dazu:

Labordurchreiche für Arztpraxen

Technische und bauliche Anpassungen

Die frühere Bankfiliale erfüllte nicht automatisch die Anforderungen einer modernen Hausarztpraxis. Deshalb mussten technische und bauliche Anpassungen frühzeitig geprüft, abgestimmt und in die Raumstruktur integriert werden.

  • Rückbau bzw. Anpassung nicht mehr passender Bankstrukturen
  • Herstellung einer sinnvollen Raumstruktur für Behandlungs-, Funktions- und Nebenräume
  • Erweiterung der Wasser- und Abwasserführung für praxisrelevante Bereiche
  • Anpassung von Elektro, IT und technischer Infrastruktur
  • Einbindung von Lüftung und Klimatisierung in die neue Nutzungslogik
  • Abstimmung der Barrierefreiheit und inneren Erschließung

Durch die frühzeitige Abstimmung mit Projektentwickler, Vermieterseite und beteiligten Fachplanern konnten die wesentlichen Schnittstellen vor und während der Umsetzung geordnet werden.

Ergebnis: Eine ehemalige Bankfiliale wird zur tragfähigen Hausarztpraxis

Aus der ehemaligen Bankfiliale entstand eine helle, funktionale und gut organisierte Hausarztpraxis. Das Ergebnis zeigt, dass medizinische Nachnutzung in ehemaligen Bankflächen möglich sein kann, wenn die Fläche nicht nur vermarktet, sondern fachlich geprüft, strukturiert und in eine medizinische Nutzungslogik übersetzt wird.

Der eigentliche Projekterfolg lag nicht allein im neuen Erscheinungsbild der Praxis, sondern in der Verbindung aus Standortqualität, belastbarer Raumstruktur, technischer Anpassung und funktionaler Organisation.

Das Ergebnis im Überblick

  • tragfähige Nachnutzung einer ehemaligen Bankfiliale
  • funktionale Hausarztpraxis auf ca. 260 m²
  • klare Raum- und Wegeorganisation
  • separate MFA- und Funktionsbereiche zur Entlastung des Praxisbetriebs
  • technisch angepasste Infrastruktur für medizinische Nutzung
  • barrierearme bzw. barrierefreie Erschließung
  • Integration einer Labordurchreiche für hygienische und diskrete Probenabgabe

Einordnung im Sinne meiner Arbeitsweise

Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für meine heutige Arbeitsweise. Ich betrachte medizinische Flächen nicht nur danach, ob sie auf den ersten Blick attraktiv wirken. Ich prüfe, ob sie unter realen baulichen, technischen, funktionalen und organisatorischen Bedingungen als Praxis tragfähig werden können.

Gerade ehemalige Bankfilialen zeigen diese Differenz sehr deutlich. Für Eigentümer stehen Leerstand, Nachnutzung und Vermietbarkeit im Vordergrund. Für Ärztinnen und Ärzte zählt dagegen, ob aus der Fläche eine funktionierende Praxis mit belastbarer Betriebslogik entstehen kann.

Vermietbarkeit ist nicht Nutzbarkeit. Erst die fachliche Übersetzung verbindet Immobilienlogik und medizinische Praxisrealität.

Vertiefend dazu:

Bankfiliale als Arztpraxis: Warum Leerstand noch keine tragfähige Praxisfläche ist
.

Kundenstimme

Die Zusammenarbeit mit Herrn Brummer war für mich eine große Beruhigung.
Er ist ein Fachmann, der genau weiß, wie Ideen und Möglichkeiten zu bewerten sind.
Besonders schätze ich seine Flexibilität und sein Engagement, auch in herausfordernden
Situationen. Die Kommunikation verlief stets reibungslos und ich fühlte mich immer gut
informiert und beraten. Ich bin sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und kann Herrn
Brummer uneingeschränkt weiterempfehlen.