So lässt sich im laufenden Praxisbetrieb die Öffnungsregelung der Praxiseingangstür am besten organisieren.

Zunächst, wie kommt es zu dieser speziellen Thematik und Fragestellung rund um die Praxiseingangstür und deren Anforderungen?

In der Planungs- und Bauphase zur Errichtung neuer Praxisflächen wird über die Zugangstür zur Mieteinheit in der Regel über Sicherheitsaspekte wie Widerstandsklassen – Einbruchhemmende Bauteile nach DIN EN 1627 gesprochen. Also darüber wie sicher und zuverlässig die Eingangstür zur Praxis vor Einbruch und Vandalismus schützt. Für eine Arztpraxis empfiehlt sich ein Türelement ab einer Widerstandsklasse Resistance Class (RC) 3.

Zutritt über die Praxiseingangstür sinnvoll organisieren

Richtet sich der Blick aber auf den täglichen Praxisbetrieb, so stellt sich oftmals erst nach der Praxisneuerrichtung die konkrete Fragestellung, wie lässt sich Zutritt über die Praxiseingangstür für Patienten und damit auch für das Praxisteam sinnvoll organisieren.

Häufig erfolgt der Zutritt in eine Praxis nicht direkt von der Straße in die Praxisfläche. Erst erfolgt der Zugang über eine Hauseingangstür, den Treppenraum/Fahrstuhl und erst danach über die Eingangstür zur Praxis.

Praxiseingangstür mit Türklinge oder Knauf

In diesem Fall heißt es zwei Zutrittsbarrieren zu organisieren. Mit Blick auf die Widerstandsklasse verfügen beide Türelemente über einen Schutzbeschlag mit Türknauf. Das heißt, eine klassische Entriegelung über eine „Türklinge“ ist nicht möglich.

Je nach örtlicher Gegebenheit, der Gebäudegröße und der Nutzergruppen kann es schon ausreichend sein, die Türrahmen im Bereich der Schlossfallen mit einer Tagentriegelung zu versehen/ nachzurüsten. Zu Beginn des Praxisbetriebes und nach der Sprechstunde werden diese mechanischen Riegel vom Praxisteam entsprechend bedient.

elektrischer Türöffner, ja aber

Oftmals erfolgt der Zutritt zum Gebäude über Wechselsprechanlage und elektrischen Türöffner. Diese Option der individuellen Betätigung eines Türöffners und ein ständiges ertönen der Klingen ist für den Praxisbetrieb aufgrund der hohen Frequentierung nicht keine Option.

Technisch lassen sich bestehende Anlagen so umrüsten, dass nach der Betätigung der Türklingel die Gebäudeeingangstür zeitverzögert selbstständig den elektrischen Türöffner freigibt. Die sollte idealerweise vom Praxistresen aus steuern zu sein, um so zum Praxisbeginn, zur Mittagsschließzeit und Feierabend diese Funktion bequem de-/aktivieren zu können.

Zwei Optionen für die Praxiseingangstür

Diese beiden Optionen, bzw. eine Kombination aus beiden haben sich im Praxisalltag bewährt. Sowohl die mechanische Tagentriegelung als auch die elektrische Steuerung sind mit einem relativ geringen konstruktiven und finanziellen Aufwand verbunden. Es bestehen jedoch Unterschiede, ob ich mit meiner Praxis in einem bestehenden Gebäude einziehe oder ob es sich um einen Praxisneubau handelt, in diese Anforderungen direkt mit bedacht werden können.

Hinweise:

  • Die „Praxis“ zeigt, dass dieser nutzerspezifische Aspekt in der Regel erst ganz zum Schluss, kurz vor der Praxiseröffnung  aufpoppt. Klären Sie die Punkte zum rechtzeitig = vor dem Baubeginn während der Praxisplanungsphase ab.
  • Weiterhin kann es auch sein, dass geprüfte Eingangstürelemente (Widerstandsklasse/Brandschutz) die Zulassung verlieren, falls nachträgliche Änderungen vorgenommen werden.
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