Funktion und Anforderung einer Baubeschreibung zum Praxisausbau

Medizinische Einrichtungen und Neubauprojekten werden oftmals über einen Investor vermarktet und einen Bauträger oder Generalunternehmen errichtet. Die zukünftigen Nutzer, Mediziner*innen sind bei der konstruktiven und technischen Errichtung der neuen Praxisflächen nur begrenzt in die einzelnen Schritte involviert. Die „Schlüsselfertige“ Praxis befindet sich automatisch im Spannungsfeld der Aufwandsminimierung für den Investor und der maximalen Erwartung auf Seite der künftigen Nutzer*in.

Die vertraglich geschuldete Beschaffenheit der künftigen Praxis ist durch eine detaillierte Baubeschreibung und Entwurfspläne der künftigen Praxisfläche vorvertraglich genaustens zu definiert und auszuhandeln. Der alleinige Grundriss für eine Praxisfläche ist nur die „halbe Miete“, eine detaillierte muss Bestandteil des Praxismiet- oder Kaufvertrages werden.

Funktion und Merkmale einer Baubeschreibung zum Praxisausbau

  • Fixierung aller vom Nutzer*in gewünschten Anforderungen und Eigenschaften an den Praxisausbau. „In welchem Standard und mit welchen Details möchten Sie im kommenden Jahr die Räume übergeben bekommen.“
  • Alle Materialien, Produkte und Oberflächeneigenschaften die vorvertraglich im Detail noch nicht benannt werden können und erst zu einem späteren Zeitpunkt bemustert und festgelegt werden können, sind durch technische Merkmale und Eigenschaften zu spezifizieren und klassifizieren.
  • Gleiches trifft auf bauphysikalische, technische Anforderungen und Eigenschaften zu. So der bauliche Strahlenschutz, die Anforderungen an den Schallschutz im Hochbau bis hin zu Trinkwasser, Warmwasserbereitung, raumlufttechnischer Anlage (RLT), Klimatisierung oder notwendige Raumklassen.
  • Bei welchen technischen, konstruktiven, inhaltlichen bis rechtliches Punkten werden die Grenzen gezogen (Schnittstellen). Ganz praktische Punkte wie die hygienische Ausstattung der Handwaschbecken mit Spendern oder die Verantwortlichkeit einer abschließenden Trinkwasserprobe. Die Baubeschreibung bietet eine sehr gute Möglichkeit klare Grenzen zwischen Vermieter-/ und Mieterleistungen zu ziehen und spätere Diskussionen und gegenseitige Forderungen auszuschließen.

Die wichtigste Funktion hat eine Baubeschreibung in vertraglicher Hinsicht, indem was der/die Vermieter*in schuldet und die künftigen Nutzer*in für den vereinbarten monatlichen Mietzins oder Kaufpreis erwarten darf.