Qualitative und konstruktive Details sind bei der Neuerrichtung einer Praxis besonders zu beachten. Besser man klärt dies im Vorfeld mit möglichst unmissverständlichen Vereinbarungen in Form einer Baubeschreibung als vertragliche Anlage.

Medizinische Einrichtungen wie Arzt- und Zahnarztpraxen entstehen häufig durch Bauträger oder werden über Immobilieneigentümer im Bestand neu errichtet. Die zukünftigen Nutzer sind zu Beginn (vor Vertragsabschluss) und später nur noch begrenzt in die einzelnen Schritte der Errichtung der neuen Praxisflächen eingebunden.

Die Bauteile, Installationen und Schnittstellen der künftigen Praxisräume durch möglichst unmissverständliche Vereinbarungen genau zu beschreiben. Damit sollen vor allem spätere Streitigkeiten über die geschuldete Beschaffenheit der Praxisräume vermieden werden.

Eine verlässliche Baubeschreibung vermeidet Ärger

Eine detaillierte Baubeschreibung bietet sowohl dem Leistungserbringer als auch dem Erwerber und späteren Nutzer der medizinischen Einrichtungen Vorteile und vermeidet spätere Streitigkeiten über Auslegungsfragen zu ungenauer und pauschal vereinbarten Beschaffenheiten und Qualitäten.

Vertragliche Beschaffenheit der Praxisräume

Der Mediziner*in definiert vorvertraglich die geschuldete Beschaffenheit der künftigen Praxisräume. Dies erfolgt in der Regel durch eine Baubeschreibung in Kombination mit einer Entwurfsplanung (Zeichnung), die elementaren Bestandteile des Miet- oder Kaufvertrages sind. Inhaltlich dünne und zu allgemein gehaltene Baubeschreibung durch den Bauträger oder künftigen Vermieter sollten für Sie Alarmzeichen sein, welche dringend abgestellt werden müssen!

Baubeschreibung aus der Not heraus ergänzt

Doch wer erstellt die Baubeschreibung für die Praxisräume, wie beispielsweise einer radiologischen Facharztpraxis, Chirurgie oder für Zahnmedizin? Baubeschreibungen von Bauträgern basieren in der Regel auf der Grundlage von Wohnraum oder Bürostandards. Aus der Not heraus oder weil sich die Beteiligten in der vorvertraglichen Phase noch nicht sicher sind, ob es zum erhofften Vertragsabschluss kommt, werden einige Angaben in der bestehenden Baubeschreibung ergänzt und abgeändert. Ein besseres Ergebnis wird ein Bauträger oder künftigen Vermieter auch nicht liefern können, dafür sind ihm die technischen, rechtlichen und hygienischen Anforderungen für einen modernen Praxisbetrieb zu unbekannt.

Vorsicht: „Ein Stück Arztpraxis“

Es ist nicht ratsam bestehende Baubeschreibungen notdürftig auf die individuellen und nutzungsspezifischen Punkte einer Praxisnutzung zu ergänzen. Die Inhalte der Baubeschreibung und einer sinnvoller Detailierungsgrad sind für den sicheren Vertragsabschluss elementar und zu wichtig!

Zu mindestens aus Sicht des Mediziners, der Medizinerin. Alles was in der vertraglichen Baubeschreibung und den Entwurfsplänen vergessen oder nur zu ungenau beschrieben wurde („ein Stück Arztpraxis“), schuldet der Bauträger oder künftige Vermieter nicht.

Das, was Sie vereinbart und zu erwarten haben

Sie als künftiger Nutzerin/in ihrer eigenen Arzt- oder Zahnarztpraxis müssen sich nur eine Frage stellen: „Will ich mir vor dem Vertrag detaillierte Gedanken über die technische, funktionelle und architektonische Beschaffenheit meiner künftigen Praxisräume machen – oder diese Fragen hinterher im Rechtsstreit aufarbeiten durch externe Gutachter feststellen lassen, was zu erwarten haben.“ Zwar orientiert sich die BGH-Rechtsprechung bei missverständlichen oder offenen Punkten zur Bauqualität an den Vorstellungen des Erwerbers, doch sollte es im Interesse der Beteiligten sein unmissverständliche Festlegungen zu treffen.

Baubeschreibung zur Errichtung von Arzt und Zahnarztpraxis

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